| „Ich kann an all dem Leid nicht vorbei gehen“ |
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Maja Prinzessin von Hohenzollern wurde im November 2009 mit dem „Europäischen Tierschutzpreis“ ausgezeichnet und lebt mit neun Hunden, fünf Katzen und zwei Kaninchen in Marbella/Spanien. Für ihr soziales Engagement wurde sie mit den drei höchsten russischen Orden geehrt, außerdem erhielt sie den Thailändischen Menschenrechtspreis 2008.
Interview mit Maja Prinzessin von Hohenzollern JJ: Maja Prinzessin von Hohenzollern, wie prinzessinnenhaft ist das Leben einer adeligen Frau im 21.Jahrhundert? Maja Prinzessin von Hohenzollern:: Die Kutschen von heute haben mehr als 200 PS und sind komfortabler; Diademe, Kleider, Bildung und Anstand spielen in meinem Leben aber immer noch eine Rolle. Sich sozial zu engagieren, für Gerechtigkeit einzutreten, fleißig zu arbeiten und für seine Ziele zu kämpfen wird immer modern bleiben. Adelig zu sein ist keine Frage der Herkunft sondern des entsprechenden Handelns. JJ: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kindermöbel zu designen und was macht Ihnen daran Spass? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Ich engagiere mich seit vielen Jahren weltweit für Kinder in Not und kranke Kinder, (Thailandfreunde e.V., Schattenkinder e.V. etc.), setze mich für Bildungsprojekte ein, besuche viele Kindergärten und Kliniken, erfülle letzte Wünsche oder halte Märchenlesungen. Auf der anderen Seite bin ich ein sehr kreativer Mensch, male, designe und handwerkle gerne. In meiner Kindermöbel-Kollektion habe ich endlich meine Liebe zu Kindern mit meiner Kreativität vereint. Es macht mir riesigen Spaß, mich in die Fantasiewelt von Kindern zu begeben und für sie romantische Möbel zu entwerfen, die sie zum Träumen bringen! Dabei ist mir ist auch ganz wichtig, dass meine Möbel von der Firma Schardt in Deutschland hergestellt und nicht durch billige Kinderarbeit in Dritte-Welt-Ländern gefertigt werden. Zudem sind sie aus ökologisch angebautem Holz und umweltfreundlichen Farben. ![]() JJ: Sind Sie als Kind mit Haustieren aufgewachsen? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Ja, ich bin mit Haustieren aufgewachsen, mein erstes bekam ich mit vier Jahren, es war ein weißes Meerschweinchen namens „Piepsi“. Es folgten Katzen, Schafe, Tauben, Hühner und ein Hund. JJ: Warum engagieren Sie sich für den Tierschutz, wie kam es dazu? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Seit ich in Spanien lebe, bin ich unmittelbar mit dem Leid der Straßentiere konfrontiert. Tiere haben hier und in anderen Süd- oder Osteuropäischen Ländern leider keinen hohen Stellenwert, man geht schlecht mit ihnen um, Straßenhunde und- Katzen werden zu Tausenden überfahren oder in Tiertötungsstationen bestialisch ermordet. Jedes Jahr werden in Spanien allein cirka 50 000 Galgos (Jagdhunde) an Bäumen aufgehängt! Ich kann an all dem Leid nicht vorbei gehen, und deshalb kämpfe ich seit Jahren für Tiere, ihre Rechte und rette, was ich retten kann. Mein Haus gleicht oft mehr einem Tierasyl, aber das ist egal. Jede Seele zählt. JJ: Welches Gefühl haben Sie, wenn Sie hören oder sehen, wie Tiere von Menschen entweder sorglos oder gar qualvoll behandelt werden? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Ich werde mich nie daran gewöhnen, Hunde mit abgeschnittenen Ohren, abgehackten Pfoten, Katzen mit ausgestochenen Augen etc. zu sehen. Ich werde nie verstehen, warum Menschen so sadistisch und grausam sein können. Tiere sind so wehrlos. Es macht mich wahnsinnig traurig und betroffen, aber auch sehr wütend. Wenn ich ein solches Tier, trotz aller Bemühungen, nicht mehr retten kann, bin ich am Boden zerstört, weine um ein jedes. Menschen, die Tiere so grausam quälen, denen wünsche ich die Hölle. Wenn ich jemanden erwischen würde, wie er gerade ein Tier quält, dann würde ich sofort vehement einschreiten ….
JJ: Was sollte geschehen, damit Tierquälerei aus unserem Leben verschwindet, ist die Politik in der Pflicht, wir alle, oder sind die gegenwärtigen Zustände nicht zu vermeiden? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Kindern von klein an beizubringen, dass Tiere Gefühle haben und man sie mit Liebe und Respekt behandeln sollte, ist der beste Tierschutz. Ich finde es toll, dass viele deutsche Kindergärten ein „Kindergarten-Kaninchen“ haben und so Kindern eigene Erfahrungen mit Tieren, die ihr späteres Handeln bestimmen, ermöglicht werden. Würden das alle anderen Länder in Europa übernehmen, dann könnten wir in Zukunft viel für die Tiere und ihren Schutz erreichen. Darüber hinaus sollten alle Länder umfassender Tierschutzgesetzte erlassen und vor allem ist es dringend nötig, Tiere juristisch nicht länger nur als „Sache“ sondern als „Lebewesen“ anzuerkennen! Entsprechend würde sich das Strafmaß für Tierquälerei erhöhen. Man sollte nicht vergessen: vom Tier-Mord zum Menschen-Mord ist es nur ein schmaler Grad. Es wäre auch hilfreich, wenn die Kirche endlich mal ein Zeichen für Tiere setzten würde, denn gerade in den katholischen und orthodoxen Ländern wird mit Tieren am schlimmsten umgangen! JJ: Was mögen Sie speziell an Hunden oder Katzen, Prinzessin Maja? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Es freut sich niemand so sehr, wenn man nach Hause kommt, wie ein Hund! Ich mag an allen Tieren, dass ihre Zuneigung zu uns Menschen ohne jede Berechnung oder Hintergedanken, einfach ganz ehrlich und rein ist. Jeder Tag mit einem Tier ist ein Geschenk und viele Menschen könnten von den Tieren so einiges lernen. JJ: Sie helfen, Hunde und Katzen, die in Spanien keine Zukunft haben, nach Deutschland in kinderliebe Hände zu vermitteln, Sie haben in Rumänien die Massentötung von Hunden, zumindest in einer Stadt, verhindert. Was geht in Ihnen vor, wenn sich Erfolge in Ihrer Tätigkeit einstellen? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Es freut mich natürlich, wenn man Erfolge erzielt und Tiere retten kann. Aber im Grunde ist es sehr traurig, dass man überhaupt dafür kämpfen muss, dass Menschen Tieren nicht mit dem Hammer den Schädel einschlagen oder sie zu Hunderttausenden vergasen, aufhängen, abschlachten und lebendig verbrennen. Mit einer vermeintlich so „hochentwickelten“ Gesellschaft hat das nach meiner Auffassung absolut nichts zu tun, was Moral und Ethik angeht, befinden wir uns eher in der Steinzeit. Tiere mit Liebe und Respekt zu behandeln sollte eine Selbstverständlichkeit sein. ![]() JJ: Erzählen Sie uns bitte von der oben angesprochenen Aktion in der rumänischen Stadt Brasov. Maja Prinzessin von Hohenzollern: Ich war zusammen mit dem Europäischen Tier- und Naturschutzverein e.V. in Brasov, wo man im Auftrag des Bürgermeisters cirka 300 Straßenhunden am Tag den Schädel einschlagen lies, ein grausames Massaker. Wir gingen in diese Tötungsanlage, ich sah die entsetzlichen Bilder, die völlig resignierten, misshandelten und oft schon vorher verhungerten Tiere. Wenn es eine Hölle für Tiere gibt, dann ist sie dort. Wir versuchten mit dem Bürgermeister zu sprechen, im zu erklären, dass Kastration das einzig wirksame, legale und moralisch vertretbare Mittel ist, um die Population von Straßenhunden einzudämmen und das bestialisches Ermorden der Tiere keine Lösung und auch gegen die Gesetze ist. Leider war das Gespräch nicht sehr erfolgreich, man kann nicht an die Vernunft oder das Herz eines Menschen appellieren, wenn er beides nicht hat. Erst als wir am nächsten Tag eine große Pressekonferenz mit allen rumänischen Medien einberiefen, ich über Nacht die grauenhaften Bilder der toten Hunde auf große Poster drucken ließ und sie eindrucksvoll an der Wand aufhängte und ich in dieser Pressekonferenz den Schergen des Bürgermeisters , der die Tiere so grausam umbrachte, als „Ceausescu der Hunde“ bezeichnete, bewegte sich etwas. Noch am selben Abend ging diese Meldung, dass ich diesen fiesen Typen so bezeichnet hatte, durch alle Nachrichtensendungen und war auch am nächsten Tag auf allen Titelseiten in Rumänien. Erst das brachte so viel Druck, dass der Bürgermeister das Töten seitdem eingestellt hat. Aber man muss dran bleiben, da man ständig versucht, neue Wege zu finden, um weitere Tiere zu töten. Vor dem Hintergrund, dass seit 2004 cirka zehn Millionen Straßenhunde in Rumänien grausamst ermordet wurden, weiß ich wirklich nicht, ob es ratsam war, sie in die EU aufzunehmen. Dazu gehört nämlich auch, sich an entsprechende Gesetzte zu halten und eine gewissen moralische Reife mitzubringen. JJ: Wenn Sie für eine Entscheidung Königin von Deutschland wären, Maja Prinzessin von Hohenzollern, wie würde diese Entscheidung aussehen? Maja Prinzessin von Hohenzollern: Ich würde das Töten der Straßentiere per se verbieten und dafür Kastrations- und Kindergartenprogramme einführen. (Außerdem die Verjährung von Kindesmissbrauch streichen, Hartz IV abschaffen, schreckliche Tiertransporte verbieten und die Strafen für Tierquälerei drastisch erhöhen.) JJ: Vielen Dank vom Team von www.burgseekurier.de (und sicher auch von vielen haarigen Freunden auf vier Pfoten). Weitere Infos unter: www.prinzessinvonhohenzollern.de |
| Fotos: www.prinzessinvonhohenzollern.de |
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