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Wänn nid jetzt, wänn dänn
Bild wird geladen...Sina (Ursula Bellwald) erblickte im Mai 1966 im Kanton Wallis in der Schweiz das Licht der Welt. Schon als Kind sang sie im Chor und nahm Gitarrenunterricht. So richtig startete sie ab 1983 musikalisch durch. Mittlerweile veröffentlichte sie mehrere Singles und Alben („Wiiblich“ 1995 Platz 1 in der Schweiz). Sina singt ihre Titel in der heimischen Mundart. In der Schweiz kennt sie beinah jeder. Grund genug für Burgsee-Kurier Redakteur Jörg Joachim einige Fragen zu stellen:

Interview mit Sina

JJ: Sina, erzählen Sie unseren Leserinnen und Lesern außerhalb der Schweiz bitte, was für Musik Sie machen.

Sina: Ich komme aus dem wilden Westen der Schweiz - aus dem Süden. Dort, wo die Leute seltsam sprechen und viele Berge ihnen die Sicht aufs Meer versperren. Das Gute ist, dass sich die Berge sehen lassen können, wie etwa das Matterhorn oder das Bietschhorn und noch ein paar andere Viertausender. Die Walliser/-innen sehen gut aus, sind gastfreundlich einerseits, auch knurrig und stur andrerseits - und jemand aus einem andern Kanton wird nie Teil dieser Berglerfamilie sein.

In diesem Biotop von Eigenheiten und üppiger Bergwelt ist meine Musik entstanden. Ich singe in meiner Mundart, eine Kombination zwischen Pop- und Singer-/Songwritermusik. Seit über 20 Jahren bin ich Teil der Musikszene Schweiz und singe meine Songs vor allem für die Einheimischen.

JJ: Wie können wir uns Ihre Kindheit vorstellen, auch schon singend?

Sina: Genau. Mit der berühmten Haarbürste in der Hand, als singendes Geburtstagstelegramm für Verwandte, in Kinderchören, bei Nachwuchsfestivals. Immer mit dem klaren Ziel, Sängerin zu werden. Nach dem Sieg bei einem lokalen Talentwettbewerb mit 17 hat mich ein Management aus Zürich unter Vertrag genommen und mich auf die Bretter geschickt, die die Welt bedeuten. Ich habe meinen Beruf so von der Pike auf gelernt, mit all seinen Sonnen und Schattenseiten.

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JJ: Schreiben Sie Ihre Lieder (Musik+Text) selber?

Sina: Zum großen Teil. Musik machen ist für mich aber trotzdem immer eine Gemeinschaftssache. Ich bin nicht der Tüftler, der sich allzu lange alleine ins Studio verzieht.  Deshalb hocke ich oft mit meinen Musikern zusammen und entwickle meine musikalischen Ideen. Textlich arbeite ich gern mit versierten Schriftstellerinnen wie Sibylle Berg und Milena Moser.

JJ: Wie viel von Ihren Gedanken, Gefühlen, von Ihrem Leben, steckt in den Texten?

Sina: Es ist wohl eine Mischung aus Selbsterlebtem, Fiktion, Fantasie und Beobachtungen, die diesen Mix ergeben. Sicher ist es aber meine Sicht der Dinge und natürlich ist der eine oder andere Text persönlicher als andere. Dinge, die bewegen, unsere Gesellschaft beschäftigen, Fragen, die wir uns in verschiedenen Lebenslagen stellen. All das verbinde ich mit der passenden Musik.

JJ: Ein  Verehrer von Ihnen, der gleichzeitig Fan von Stefanie Heinzmann ist, möchte wissen, ob Sie sich vorstellen können, mit Stefanie ein Duett beispielsweise beim Gampel Open Air zu singen?

Sina: Das kann gut sein, wenn sich die passende Gelegenheit dazu ergibt. Als Gampjerin, die das Openair seit seiner Entstehung hautnah miterlebt, ist dieses Wochenende eh Pflicht. Nach Kuno Lauener von Züri West, Ritschi von Plüsch oder Polo Hofer wäre jetzt vielleicht wirklich einmal eine Frau als Duettpartnerin an der Reihe. Stefanie wohnt zudem ganz in der Nähe.

JJ: Welche Musik, welche Musiker mögen Sie; was hören Sie gerne, beispielsweise beim Auto fahren?

Sina: Passt die Musik zu meinem aktuellen Gemütszustand, kann sie nicht viel falsch machen. Neben DRS3 höre ich oft Internetradios und beame mich so für kurze Zeit nach Portofino in Italien oder nach San Francisco. Da krieg ich die Stimmung im jeweiligen Land auch grad mitgeliefert. Dass ich mich über die aktuelle Musikszene auf dem Laufenden halte, gehört natürlich auch zu meinem Job.

JJ: Erzählen Sie bitte ein wenig über "Hinnär Diär" und "Wänn nid jetzt wänn dänn".

Sina: Sie meinen die beiden aktuellen Singles meiner CD "In Wolkä fische". Bei „Wänn nit jetz“ geht es um Aufbruch, Neuanfang. Thelma und Louise mit Wind im Haar und Flausen im Kopf. Leute haben gekündigt, sich getrennt von Altem, eine Beziehung beendet wegen diesem Lied. So haben sie es mir jedenfalls erzählt..... “Hinnär diär“ ist ein Trostsong für die stürmischen Zeiten im Leben.

JJ: Was dürfen wir in diesem und im nächsten Jahr von Ihnen erwarten?

Sina: Sie erreichen mich im Untergrund zur Zeit. Die neuen Songs entstehen. Texte, Geschichten, die eine Melodie suchen. Ich bin eine richtige Studioratte, die Sonne draußen macht mir das Leben nicht eben leichter. Aber es wartet eine Tour anfangs nächsten Jahres auf mich, bis dahin muss noch was gehen. Im Oktober gibt’s zudem eine Handvoll Konzerte mit einem Symphonieorchester, welches neben dem klassischen Repertoire auch Songs von Michael von der Heide und mir neu interpretiert. Das wird eine spannende Kombination.

JJ: Vielen Dank, Sina, von den Leserinnen und Lesern von www.burgseekurier.de

Weitere Informationen: http://www.sina.li/

Foto: B.Z.

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