| Früh begonnen, Musik zu leben |
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Manchmal reicht eine profane Alltagssituation für eine geniale Idee. Eine junge Frau läuft in den sechsten Stock. Immer wieder, weil sie da wohnt. Der richtige Moment, sich Gedanken zu machen – und für eine Songwriterin, sich die Inspiration für ein Lied zu holen. „Long Way Home“ entsteht. „Musik habe ich immer schon gemacht“, blickt Mariama zurück, „und ist die Nummer eins! Ich brauche das einfach.“
Um ein „Leben nach gewissen Grundsätzen und nicht in Bedeutungslosigkeit“ zu führen sind ihr dabei „Freude und Ehrlichkeit“ wichtig. Genauso steht sie dann auf der Bühne, ohne Setliste und authentisch. „Welchen Song ich wann spiele, entscheide ich aus dem Moment heraus“, beschreibt sie die Auftritte, „die Situation und die Stimmung sind entscheidend. Ein Austausch mit dem Publikum entsteht.“ Da immer wieder neue Situationen entstünden, erzählt Mariama, bliebe Routine außen vor. Tatsächlich interpretiert sie „No Way“ beispielsweise unplugged in einem kleinen Club ganz anders als im französischen Fernsehen gemeinsam mit dem Gitarristen Moh. In unserem westlichen Nachbarland tritt die Sängerin, deren Vater aus Sierra Leone/Westafrika kommt, sehr oft auf; und sie trifft dort ein „sehr offenes Publikum, dass ein wenig enthusiastischer ist als hierzulande, auch in Paris, dass eher als schwieriges Terrain gilt“. Gleichwohl berichtet sie von Auftritten in (beinah) ganz Deutschland mit „tollen Reaktionen“, zudem in Wien oder Luxemburg. Mariama hat früh begonnen, Musik zu leben. Mit ihrer Oma trällerte sie auf der Couch deutsche Kinderlieder, verknüpfte dabei in Gedanken Melodien und Texte mit Bildern. Sie sang vor Verwandten oder im Kinderchor, fing irgendwann mit 16 an, Gitarre zu spielen. Beim Musik hören schränkt sie sich nicht ein: Rock, Reggae, Blues, Jazz, Klassik, das volle Programm. „Es gibt solche, die gefällt und solche, die nicht gefällt.“ Auf beispielsweise P!nk angesprochen, kommt Mariama leicht ins Schwärmen. „Sie beeindruckt mich durch ihre Art, die Rock ’n’ Roll Attitüde in den Titeln, und die Authentizität. Sie macht ihr Ding!“ ![]() So wie der amerikanische Weltstar manchmal nur mit der Gitarre bewaffnet auf die Bühne tritt, tut die Kölnerin das meist. „Das ist so unmittelbar“, erklärt sie, „ich erzähle Geschichten – über Wut, Zuneigung, Alltag oder auch mal nichts …“ Wie und in welcher Intensität sie ihre selbst geschriebenen Songs dann interpretiert, hänge unter anderem „von der inneren Stimmung“ ab, aber auch den äußeren Bedingungen, „mit Band auf einer Party ist was anderes als alleine, wenn die Zuhörer gespannt in einem separaten Raum sitzen. Cool kann beides sein“. In diesem Jahr noch geht Mariama ins Tonstudio und spielt ein Album ein, das wohl Anfang 2011 erscheint. „Es wird vielschichtig sein“, macht sie neugierig, „und ich habe die richtigen Leute dazu getroffen.“ Etwas früher noch können sich Freunde internationaler Klänge auf das europaweite Projekt „Diversidad 2010“ freuen, zu dem der Rapper Curse Mariama ins Boot holte. „20 Musiker aus 13 Ländern tauschen sich aus“, freut sich die deutsche Songwriterin sehr auf das entsprechende Album, eine aufwendige Dokumentation und die Tour 2011 durch Europas Hauptstädte. Vielleicht gerät die kreative, junge Frau auch dabei in mehr oder weniger profane Alltagssituationen, die sie zu weiteren Titeln wie „Long Way Home“ inspirieren. Jörg Joachim Weitere Informationen: www.mariama-music.com |
| Foto: Bela Janssen, Robert Winter |
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