| „Wale sind sehr intelligent und sozial“ |
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Vor über 40 Jahren schlossen sich engagierte Tierfreunde zusammen, um die kommerzielle und grausame Jagd auf Sattelrobben und Klappmützen an der kanadischen Ostküste zu beenden. Inzwischen hat sich der Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) zu einer der weltweit größten Tierschutzorganisationen entwickelt. Zu den Walen befragte Burgsee-Kurier Redakteur Jörg Joachim den Pressesprecher Andreas Dinkelmeyer:
JJ: Wie bedroht sind die Wale, sind alle Walarten in allen Meeren bedroht? Andreas Dinkelmeyer: Nicht alle Walarten sind gleichermaßen bedroht. Auch können die Populationen in den unterschiedlichen Meeren unterschiedlich stark bedroht sein. Beispielsweise sind Grauwale im Nordostpazifik weniger stark bedroht als im Nordwestpazifik. Der Grauwal im Nordwestpazifik ist eine der seltensten Großwal-Arten mit nur noch etwa 300 lebenden Tieren. Von vielen Walarten wissen wir aber auch noch erstaunlich wenig. JJ: Wodurch sind diese beeindruckenden Tiere in Gefahr? Andreas Dinkelmeyer: Auch hier sind die Ursachen unterschiedlich. Viele der Großwalarten wurden durch den kommerziellen Walfang sehr stark dezimiert. Ihre Erholung wird durch unterschiedliche neue Gefahren erschwert wie die Verschmutzung der Meere, der „unabsichtliche“ Beifang in Fischernetzen, die Verlärmung der Meere, die Verknappung der Nahrung und nicht zuletzt dem Klimawandel. JJ: Sind es nur die Japaner, die den Wal jagen? Andreas Dinkelmeyer: Nein, kommerziellen Walfang betreiben Norwegen und Island, Japan betreibt sogenannten „wissenschaftlichen“ Walfang, das Fleisch landet aber auf den Märkten. ![]() JJ: Wie können die Wale gerettet werden, was kann der Einzelne dazu tun? Andreas Dinkelmeyer: Die Fülle der Gefahren muss reduziert werden, beispielsweise der Schiffslärm in den Meeren, indem leisere Schiffe gebaut werden oder bestehende Schiffe leiser gemacht werden, beides ist technisch möglich mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand. Die Verschmutzung der Meere kann jeder von uns mit reduzieren, indem wir bewusster einkaufen, nachhaltige Produkte benutzen und Flüsse und Seen sauber halten. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr ist theoretisch leicht abzustellen: der Walfang. Aktuell können sich hier Menschen an einer Petition des IFAW beteiligen, die die Bundesministerin Ilse Aigner dazu aufruft, Wale konsequenter zu schützen. JJ: Aus Ihrer ganz persönlichen Sicht, was fasziniert Sie am Wal, was macht ihn einzigartig, schützens- oder liebenswert? Andreas Dinkelmeyer: Wale sind eine alte Gruppe von Säugetieren, die sehr intelligent und sozial sind. Sie helfen sich gegenseitig und jagen beispielsweise gemeinsam. Sie haben ihre eigene Sprachen entwickelt und bei manchen Arten/Populationen konnte eine Art Kultur nachgewiesen werden. So jagen Orkas in einer Gegend bevorzugt Robben, in einer anderen Heringe. Besonders durch die kommerzielle Jagd wurden viele Großwalarten stark dezimiert. Wie andere Tierarten, die die Menschen durch Übernutzung an den Rand der Ausrottung gebracht wurden, müssen auch die Wale geschützt werden. JJ: Über welche Erfolge Ihrer Organisation können Sie uns berichten? Andreas Dinkelmeyer: Der IFAW hat Anfang des Jahrtausends die Kinderstube der Ostpazifischen Grauwale in Baja California vor der Industrialisierung gerettet. Der Mitsubishi Konzern wollte dort eine Entsalzungsanlage bauen, die diese einmalige Kinderstube zerstört hätte. An der Ostküste der USA initiierte der IFAW ein Programm, der Fischer dabei unterstützte, ihr Fanggeschirr gegen Walfreundliches umzutauschen. JJ: Danke und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Tätigkeit, Herr Dinkelmeyer. |
| Fotos: (c)IFAW |
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