| „Diesen Job muss man lieben“ |
|---|
Wenn Denisé Freidhof etwas anpackt, dann richtig. Beispielsweise beim Handball. Als Linksaußen wurde sie vor Jahren mit einer Nachwuchsauswahl in Griechenland Vizeweltmeister. Oder beim Hundekauf. Ein Jahr lang beobachtete sie mit ihrem Freund das eigene Leben unter den Gesichtspunkten: Passt ein Hund in unser Leben, und welche Rasse? In ihrem Job als Immobilenmaklerin ist es nicht anders. „Ich bin eine Perfektionistin, ein Arbeitstier“, gesteht sie und wohnt nach ihrem Umzug von Leipzig nach Berlin selbst noch nicht in einer Traumwohnung, obwohl sie solche tagtäglich vermittelt. „Hier gibt es ein anderes Computerprogramm, die Stadt ist eine andere und auch der Markt - mit mehr Interessenten für weniger Wohnungen“, erklärt Denisé, warum sie dieser Tage noch engagierter unterwegs ist als eh schon.
Dabei greift die 23jährige auf eine fundierte Ausbildung zur Immobilienkauffrau zurück, zudem auf Teamwork in ihrer neuen Firma „Mitte7 Immobilien“ und eine Berufsauffassung, die dem oft miserablen Klischee überhaupt nicht entspricht. „Manche bezeichnen uns Maklerinnen als Provisionsschlampen“, redet Denisé Freidhof Klartext, „deshalb bin ich froh, in der VOX-Serie „mieten, kaufen, wohnen“ dabei zu sein, um mit diesem Irrglauben aufzuräumen.“ ![]() Wenngleich es sich dabei um eine Fernsehsendung handelt, für die sie über entsprechendes Talent verfügen muss, mag die junge Frau Schauspielerei in ihrem eigentlichen Job überhaupt nicht. „Übertreiben, verschweigen oder Lügen ist sehr kurzsichtig. Irgendwann kommt es eh raus und der Kunde steht wieder auf der Matte und beschwert sich“, weiß Denisé, „außerdem sieht man mir an, wenn ich lüge!“ Deshalb setzt sie lieber darauf, vor einer Besichtigung mit dem Interessenten alle Informationen, wie beispielsweise Pläne und Grundrisse über die Wohnung oder das Haus, einzuholen. „Ich habe gerne mit Menschen zu tun, jeder hat andere Interessen und kommt anders auf mich zu, manche sind freundlich, manche patzig. Darauf muss ich mich einstellen“, plaudert die Immobilienmaklerin aus dem Nähkästchen ihres Alltags. „Das macht die Arbeit anstrengend, aber auch interessant und spannend. Man muss den Job lieben. Immerhin geht es oft abends bis 20:00 oder 21:00 Uhr.“ Bei „mieten, kaufen, wohnen“, das versichert Denisé, werden ihr Beruf und ihre Tätigkeit sehr nah an der Realität dargestellt. Sie selbst beispielsweise frage Interessenten, ob sie bereit für einen Dreh seien. Willigen die ein, werden die Besichtigungen nachgestellt. „Um das fernsehtauglich darzustellen, kann natürlich der Kameramann nicht eins zu eins hinterher laufen und einfach nur filmen“, erklärt sie, „während die Runde durchs Objekt 15 oder 20 Minuten dauert, gehen für einen Drehtag acht bis zehn Stunden drauf!“ Die Szenen würden aus verschiedenen Positionen gedreht oder auch wiederholt, um Emotionen darzustellen, seien Nahaufnahmen erforderlich: „Der Fernsehzuschauer soll die handelnden Personen ja von vorne sehen!“ ![]() Zu dieser TV-Serie kam die damals noch Leipzigerin, weil VOX sich an den ehemaligen Arbeitgeber „Rosental-Immobilen“ wandte und Denisé gemeinsam mit anderen jungen Frauen testete. „Ich habe geschwitzt und war total kamerascheu“, erinnert sie sich, „aber zwei Wochen vor meiner Abschlussprüfung kam der Anruf. Ich war angenommen und konnte vor Aufregung kaum noch lernen.“ Das Produktionsteam von Fandango-Film empfindet sie als „wahnsinnig cool“, wenngleich der erste Tag schwierig gewesen sei, „die Kamera ist sooo nah dran. Aber es macht Spass.“ Die Fernsehzuschauer mögen an Denisé Freidhof wohl dasselbe wie ihre Kundinnen und Kunden. Wenn sie angetippelt kommt, hat sie außer ihrer Kompetenz vor allem gute Laune dabei. Sie ist in dem was sie tut echt und steckt mit ihrer Agilität an. Genauso wie sie ohne Punkt und Komma reden kann, kann sie zuhören – und das wirklich. Dass sie sich selbst gelegentlich als Zickchen bezeichnet, scheint also unglaubwürdig. Stimmen muss es aber. Man würde ihr ansehen, wenn sie lügt. Jörg Joachim nach einem sehr kurzweiligen Gespräch mit Denisé Freidhof |
| Fotos: Holger Vieritz |
| zurück |
|---|
| Impressum |