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| An dieser Stelle bieten wir Ihnen demnächst aktuelle Informationen zwischen zwei Ausgaben, zudem Bilder, auch nach Beendigung des Fotowettbewerbs. Gerne veröffentlichen wir hier Hinweise, die Sie uns zusenden. |
| Pause von der Krise |
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Nachdem wir alle, zumindest per Schlagzeile, schon Kanzlerin oder Papst waren, sind wir nun Lena. Mit dem Unterschied, dass Lena sein bedeutet, jung und hübsch zu sein, singen und massenweise Menschen begeistern zu können. Letzteres ohne Schnickschnack, ohne pompöses Drumherum und ohne Lüge. Einfach nur so stand sie da, im kleinen Schwarzen, mit ihren vier Backgroundsängerinnen, ihrer Stimme und viel Persönlichkeit. Oft war die Rede an diesem Abend von einem Riesen-Saal mit einer Riesen-Bühne, auf der die meisten von uns sich verlieren und gar nicht wahrgenommen würden, auf der sich viele Gesangskollegen und Mitbewerberinnen deshalb schmückten mit Glamour, Show oder Pyrotechnik, und davon oft so viel, dass sie dahinter versteckt wirkten und keiner mehr sie sah. Lena wurde gesehen - und gehört. In ganz Europa. Neun Länder schickten jeweils die Höchstpunktzahl zwölf und die Juryvorstände strahlten dabei über alle vier Backen. Fünf Länder sahen den Song „Satellite“ mit zehn und vier Länder mit acht Punkten auch noch weit vorne. Quer durch den Kontinent Anerkennung. Den Schlüssel dazu erkannte Lenas Schulleiter Steinkamp so: „Ein Lied ist ein Lied, die Person dahinter ist entscheidend!“ Und so floss reichlich Balsam auf die gebeutelte deutsche Musik- bzw. Grand Prix- Seele. Immerhin sind seit Nicoles Triumph 28 Jahre vergangen, in denen wir uns wunderten, was für Geschmäcker da in anderen Gegenden vorherrschten oder gar Verschwörungstheorien spannen. Vergleichen wir indes Lenas Auftritt mit den anderen der letzten erfolglosen bis blamablen Jahre, wird klar, dass es besser ist, nicht mit Steinen zu werfen, wenn man im Glashaus sitzt. Wer entweder dem Trend hinterher hechelt und mehr Clown sein möchte als die Mitbewerber, wer musikalische und charakterliche Ausdrucksschwäche durch Preisgabe nackter Haut ausgleichen will oder regungslos mit geschlossenen Augen auf der Bühne verharrt (bei aller stimmlichen Qualität), muss sich nicht wundern wenn Europa mit schläft. Lena Meyer-Landrut war, ist, und bleibt hoffentlich einfach nur sie selbst. Mit einer naturgegebenen Stimme, einer sympathisch frechen, schlagfertigen Art und einem Zauber, der in Worte nicht zu fassen ist. Um den zu begreifen hilft nur, ihre Musik zu hören oder zu schmunzeln, wenn sie in Hannover aus dem Flugzeug steigt und zu den vielen, vielen Fans um den roten Teppich herum verwundert sagt: „Es regnet, geht doch rein!“ Oder wenn sie vor dem Rathaus ihrer Heimatstadt steht und ihre Mitbewohner auffordert: „Wer nicht mitsingt, kriegt auf’n Arsch!“ So ist sie, unsere Lena, und für einige Tage tun auch wir so. Dann ergreifen uns wieder andere Themen. Die Fußballweltmeisterschaft wahrscheinlich. Oder Tagesordnungspunkt zwei der Nachrichtensendungen am 30.Mai 2010 – die von Menschen leichtsinnig, profitbesessen und verantwortungslos verursachte Ölpest im Golf von Mexiko. Auch dorthin wird bald niemand mehr schauen, auch wenn es deutlich wichtiger ist als König Fußball oder Prinzessin Lena.
Wenn die Siegerin von Oslo den Trubel hinter sich hat, will sie drei Dinge: "Schlafen, essen, denken … übers Leben allgemein.“ Wenn Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff zum Nachdenken kommt, dann hoffentlich über den Satz, den er selbst beim Empfang von Lena sprach: „Ich bin stolz, dass sie natürlich geblieben ist und eine klare Haltung hat!“ Eine klare Haltung tut so manchem gut. JJ. |
| Foto: (c) Indrek Galetin (EBU), Universal Music |
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